Für
uns Besitzer und Züchter Tschechoslowakischer Wolfshunde gibt es in Deutschland
noch nicht so viele Möglichkeiten, wie in den Ursprungsländern, sich mit Gleichgesinnten
zu treffen und Erfahrungen auszutauschen. So gab es für viele Wolfshundbesitzer
kein langes Überlegen, der Einladung von Ina und Michael Eichhorn zum Wolfshundelager
auf ihrem Grundstück in Vorderfirmiansreut zu folgen.
Einige reisten sogar schon vorher an und nutzten die herrliche Umgebung, für
die Hunde und auch für sich, zu ausgiebigen Wanderungen.
Am Mittwochabend war es dann soweit. Nachdem die ersten polnischen und
österreichischen Zelte aufgebaut waren, gab es am Lagerfeuer nicht nur
Grillwurst, sondern auch einen Begrüßungscocktail und viele gemeinsame
Kennenlerngespräche bis tief in die Nacht.
Donnerstag
reisten im Laufe des Tages weitere Wolfshundbesitzer aus der Slowakei, Tschechien,
der Schweiz und aus Deutschland an. Mit etwa 20 Personen und 15 Wolfshunden
fuhren wir am Nachmittag gemeinsam zum Freigehege im Bayrischen Nationalpark.
Dort besuchten wir zuerst das Wolfsgehege, doch kein Wolf ließ sich blicken.
So erkundeten wir die anderen Gehege für Bären etc., aber auch dort wollte sich
niemand zur Schau stellen. Daraufhin versuchten wir noch mal unser Glück beim
Wolfsgehege und hatten Erfolg. Neugierig geworden durch unsere Wolfshunde kam
das Wolfsrudel heran und der Leitwolf postierte sich uns fixierend genau am
Zaun, scheinbar hatte er noch nicht so viele Wolfshunde an seinem Zaun gesehen.
Darüber konnte dann abends am Lagerfeuer, aber auch über unsere Hunde
ausgiebig diskutiert werden. Der Hunger wurde, wie immer mit
Selbstgegrilltem gestillt, wobei die eine oder andere Flasche
Hochprozentiges die Runde nahm.
 Am
späten Freitagvormittag brachen etwa 30 Personen und 25 Wolfshunde angeführt
von Michael Eichhorn in Richtung tschechischer Grenze auf. Den festen Weg schnell
verlassend ging es Querbeet durch das Dickicht und spätestens als die ersten
von uns knietief im Sumpf versanken, waren auch alle Wolfshunde so beschäftigt,
dass die meisten freilaufen konnten und keinen Bock mehr auf irgendwelche Kämpfchen
hatten.
Auf tschechischer Seite ging es im Nationalpark Sumava weiter bergauf und bergab
zwischen Kuhweiden in Richtung Fürstenhut. Dort nach 9 km angekommen, gab es
mit Knödel und Goulasch eine Pause, und mit Palatschinken genug Stärkung für
den Rückweg. Vorbei an einem Bergsee, wo sich dann auch die Hunde mit einem
Bad ausgiebig erfrischen konnten, kehrten alle ziemlich müde nach insgesamt
16 km auf die deutsche Seite zurück.
Samstagmorgen
begann die Bonitation für 12 Tschechoslowakische Wolfshunde, davon 5 Jugendkörungen.
Hier zeigte sich, dass es so manchen Wolfshund gar nicht gefiel so vermessen
zu werden. Körmeisterin Sonja Bognarova aus der Slowakei und Dana Matusincova
aus Tschechien hatten so manche prekäre Situation zu bewältigen. Beim slowakischen
Wesenstest hat sich jedoch gegenüber den letzten Jahren die Quote verbessert
und erstmalig konnte man auch alternativ den deutschen Wesenstest ausprobieren,
welcher in seinen Grundzügen hier erstmals vorgestellt wurde.
Zum Abschluss zeigte Pavel eine Coursingvorführung, wo das Jagdfieber einiger
Hunde getestet und gestillt werden konnte.
An diesem Tag hatten sich auch schon einige Besucher aus Deutschland eingefunden,
welche sich hier vor Ort hautnah ein Bild von den Wolfshunden machen wollten
und Informationen bekamen sowie Kontakte knüpfen konnten. Wie immer wurde es
am Feuer mit Würstchen, Steaks und Bier wieder sehr spät.
Am
Tag der Spezialzuchtschau ging es für viele früh aus den Betten. Hundeversorgen,
Frühstücken, Sachenpacken und Fahrt zum Ausstellungsgelände nach Phillipsreut.
Es waren 50 Wolfshunde gemeldet, davon 8 Saarloos Wolfhonde. Pünktlich um 9.30
Uhr begann der slowakische Richter Stefan Stefik mit dem Richten der Hunde.
Inzwischen waren auch viele Besucher aus der Umgebung, aber auch aus ganz Deutschland
eingetroffen und konnten Ihr Interesse an den Wolfshunden durch viele Gespräche
mit den Besitzern und Züchtern stillen.
In lockerer Atmosphäre und kulinarischer Unterstützung wurde dieser sonnige
Tag nicht nur ein Erfolg für die Sieger, sondern es war wieder ein positiver
Schritt in die Zukunft für uns alle und unsere Wolfshunde.
Dafür möchten wir allen großen und kleinen Helfern danken, die uns dabei
unterstützten. Ganz besonders gilt unser Dank Michael Eichhorn und Ina
Ziebler-Eichhorn, die als Gastgeber die Hauptarbeit leisteten und manche
schwierige Situation souverän meisterten.
Steffen Baldamus
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