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Wolfshundelager, Bonitation und Spezialzuchtschau (20.-24.08.2003) Phillipsreut
Autor: Steffen (09.09.2003, 10:34 Uhr)
Treffen Für uns Besitzer und Züchter Tschechoslowakischer Wolfshunde gibt es in Deutschland noch nicht so viele Möglichkeiten, wie in den Ursprungsländern, sich mit Gleichgesinnten zu treffen und Erfahrungen auszutauschen. So gab es für viele Wolfshundbesitzer kein langes Überlegen, der Einladung von Ina und Michael Eichhorn zum Wolfshundelager auf ihrem Grundstück in Vorderfirmiansreut zu folgen.
Einige reisten sogar schon vorher an und nutzten die herrliche Umgebung, für die Hunde und auch für sich, zu ausgiebigen Wanderungen.

Am Mittwochabend war es dann soweit. Nachdem die ersten polnischen und österreichischen Zelte aufgebaut waren, gab es am Lagerfeuer nicht nur Grillwurst, sondern auch einen Begrüßungscocktail und viele gemeinsame Kennenlerngespräche bis tief in die Nacht.

Donnerstag reisten im Laufe des Tages weitere Wolfshundbesitzer aus der Slowakei, Tschechien, der Schweiz und aus Deutschland an. Mit etwa 20 Personen und 15 Wolfshunden fuhren wir am Nachmittag gemeinsam zum Freigehege im Bayrischen Nationalpark. Dort besuchten wir zuerst das Wolfsgehege, doch kein Wolf ließ sich blicken. So erkundeten wir die anderen Gehege für Bären etc., aber auch dort wollte sich niemand zur Schau stellen. Daraufhin versuchten wir noch mal unser Glück beim Wolfsgehege und hatten Erfolg. Neugierig geworden durch unsere Wolfshunde kam das Wolfsrudel heran und der Leitwolf postierte sich uns fixierend genau am Zaun, scheinbar hatte er noch nicht so viele Wolfshunde an seinem Zaun gesehen.

Darüber konnte dann abends am Lagerfeuer, aber auch über unsere Hunde ausgiebig diskutiert werden. Der Hunger wurde, wie immer mit Selbstgegrilltem gestillt, wobei die eine oder andere Flasche Hochprozentiges die Runde nahm.

Am späten Freitagvormittag brachen etwa 30 Personen und 25 Wolfshunde angeführt von Michael Eichhorn in Richtung tschechischer Grenze auf. Den festen Weg schnell verlassend ging es Querbeet durch das Dickicht und spätestens als die ersten von uns knietief im Sumpf versanken, waren auch alle Wolfshunde so beschäftigt, dass die meisten freilaufen konnten und keinen Bock mehr auf irgendwelche Kämpfchen hatten.
Auf tschechischer Seite ging es im Nationalpark Sumava weiter bergauf und bergab zwischen Kuhweiden in Richtung Fürstenhut. Dort nach 9 km angekommen, gab es mit Knödel und Goulasch eine Pause, und mit Palatschinken genug Stärkung für den Rückweg. Vorbei an einem Bergsee, wo sich dann auch die Hunde mit einem Bad ausgiebig erfrischen konnten, kehrten alle ziemlich müde nach insgesamt 16 km auf die deutsche Seite zurück.

Samstagmorgen begann die Bonitation für 12 Tschechoslowakische Wolfshunde, davon 5 Jugendkörungen. Hier zeigte sich, dass es so manchen Wolfshund gar nicht gefiel so vermessen zu werden. Körmeisterin Sonja Bognarova aus der Slowakei und Dana Matusincova aus Tschechien hatten so manche prekäre Situation zu bewältigen. Beim slowakischen Wesenstest hat sich jedoch gegenüber den letzten Jahren die Quote verbessert und erstmalig konnte man auch alternativ den deutschen Wesenstest ausprobieren, welcher in seinen Grundzügen hier erstmals vorgestellt wurde.
Zum Abschluss zeigte Pavel eine Coursingvorführung, wo das Jagdfieber einiger Hunde getestet und gestillt werden konnte.
An diesem Tag hatten sich auch schon einige Besucher aus Deutschland eingefunden, welche sich hier vor Ort hautnah ein Bild von den Wolfshunden machen wollten und Informationen bekamen sowie Kontakte knüpfen konnten. Wie immer wurde es am Feuer mit Würstchen, Steaks und Bier wieder sehr spät.

Am Tag der Spezialzuchtschau ging es für viele früh aus den Betten. Hundeversorgen, Frühstücken, Sachenpacken und Fahrt zum Ausstellungsgelände nach Phillipsreut. Es waren 50 Wolfshunde gemeldet, davon 8 Saarloos Wolfhonde. Pünktlich um 9.30 Uhr begann der slowakische Richter Stefan Stefik mit dem Richten der Hunde. Inzwischen waren auch viele Besucher aus der Umgebung, aber auch aus ganz Deutschland eingetroffen und konnten Ihr Interesse an den Wolfshunden durch viele Gespräche mit den Besitzern und Züchtern stillen.
In lockerer Atmosphäre und kulinarischer Unterstützung wurde dieser sonnige Tag nicht nur ein Erfolg für die Sieger, sondern es war wieder ein positiver Schritt in die Zukunft für uns alle und unsere Wolfshunde.

Dafür möchten wir allen großen und kleinen Helfern danken, die uns dabei unterstützten. Ganz besonders gilt unser Dank Michael Eichhorn und Ina Ziebler-Eichhorn, die als Gastgeber die Hauptarbeit leisteten und manche schwierige Situation souverän meisterten.

Steffen Baldamus

 
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