Die Einleitungssprache von Mjr. Frantisek Rosik auf der Ernennungssitzung des Klubs der Züchter des Tschechoslowakisches Wolfshundes am 20.03.1982 in Brno.
Der heutige Tag ist für mich sehr festlich, nicht nur weil er den ersten Teil meines Lebensziels erfüllt, sondern auch deshalb weil er ein Höhepunkt eines unvorstellbaren Ziels ist.
Gestatten Sie mir wenigstens mit ein paar Worten denen, die am Anfang mir und Ing. Hartl beistanden, zu danken.
Der erste war Oberfähnrich Peter Kubaska. Wir haben gemeinsam von Ing. Hartl den Welpen BERTA, geb. 26.05.1958 in der Zuchtstation Libejovice, aus der Verpaarung der Wölfin BRITA und des Deutsches Schäferhundes Cezar z Brizoveho haje, übernommen. Dies geschah in Samorin Ende Juli 1958. In dieser Zeit fand auch die weitere Organisiation der Erziehung, der Abrichtung, der Zucht u.s.w. statt. Wir entschieden uns dazu, uns auf Hunde der tschechoslowakischen Zucht zu konzentrieren. Außer dem nur einmal verwandten Achmed v. Haus Berlin von Herrn Luptak wurde kein importierter Hund benützt. Von den slowakischen Züchtern haben MVDr Imro Tepper (Hasso zo Samorina), MVDr Rudolf Svec, CSc (Bros z Ivanky pri Dunaji), Herr Kereskeni (Amor z Dvora Ker-Pal) teilgenommen. Es wurden außerdem die Hündinnen Alma Soleg von Ex öd Schmidtov und Eggy z Barmi benützt.
Zur erste Verpaarung wurde HASSO zo Samorina ausgewählt. Aus dieser Vereinigung ist am 20.02.1960 der Wurf der Welpen OLD, OSA, OLA, ODIN,...entstanden , diese haben zu einem großen Teil an der gesamten weiteren Zucht mit BIKAR (der Sohn der Wölfin BRITA und Kurt z Vaclavky) teilgenommen. BIKAR wurde, genauso wie BERTA in der Zuchtstation, die sich seit dem Jahre 1960 in Malacky befunden hat, erzogen.
Herr Kubaska hat nicht nur an der Erziehung der Hunde teilgenommen, sondern auch auf die Leute in seine Umgebung auf seine eigene Art eingewirkt. Seit dem Anfang hat er unerschütterlich an unseren Erfolg geglaubt. Er hatte keine Zweifel und hat seine Ansichten jederman klar dargestellt. Er hatte eine ungeheuere Geduld und Liebe zu den Menschen, genauso wie zu den Tieren, mit denen er arbeitete. Es ist sehr zu bedauern, daß er diesen festlichen Moment nicht mehr erlebt.
Die Entwicklung alles Neuen ist den zu dieser Zeit geltenden Bedingungen unterworfen. Wegen diesen Bedingungen mußten wir erhebliche Probleme bewältigen. Ich muß sagen, daß wir ohne den Beistand und dem Vertrauen der Funktionäre des Grenzschutzdienstes und unseres Bundes (ich meine Bratislava) diese Probleme nicht hätten lösen können. Wir hätten nicht die nötigen ökonomischen Voraussetzungen zur Verfügung gehabt. Ich danke auf dieser Weise für das Vertrauen und für die Schaffung der Bedingungen für die Realisation unserer Vorsätze, allen Funktionären die keine Angst hatten und uns in unserer Sache halfen.
Gleichzeitig will ich deren Mitarbeiter, die uns das Vetrauen entzogen, mein Bedauern aussprechen. Wäre es möglich gewesen durch weitere Anstrengungen die Probleme zu vermeiden? Wer weiß?
Der zweite Mitarbeiter war Herr Josef Suchy. Seine Arbeit war für das ganze Arbeitsteam sehr notwendig. Er hatte kein Angst davor die Probleme anzugehen.
Oberleutnant Michal Madar hat sich bei der Arbeit in den Gruppen des Grenzschutzdienstes mit den Kreuzlingen durchgesetzt. Er bewies die Arbeitseigenschaften der Kreuzlinge und später der Tschechoslowakischen Wolfshunde und ihre Fähigkeit diese auch unter komplizierten Bedingungen unter Beweis zu stellen.
Es gab noch viele opferwillige Kynologen wie die Herren Pazitny, Frano, Lovecky, Ufrla, Benko, Tukälek, Sovik, Cervany u. v. a., die hier ebenfalls Anerkennung verdienen. Oberleutnant Jan Gabris hat die Funktion des Komamdanten der Zuchtstation von Herrn Kubaska übernommen um diese Arbeit zu fortzusetzen. Die Änderungen der Arbeitsbedingungen und die Modernisation der Zuchtstation haben die Ausweitung dieser Arbeit ermöglicht.
Während in anderen Zuchtstationen das Interesse an dieser komplizierten aber schönen Aufgabe erloschen ist, wurde bei uns das Zuchtmaterial konzentriert. Um unsere Zuchtstation hat sich ein Kreis von Züchter nicht nur aus der Slowakei, sondern auch aus Mähren und der Tschechei gebildet. Bei den ersten waren es Herr Driml aus Kozolupy u Plzne, Eugen Richnovsky aus Dolne Hämre, Stefan Hnätek aus Castä, Josef Martinek und Jindfich aus Medlice, Olga Slavicinska aus Kromefiz Vazany, spätens Budinska aus Casta, Tomas Ruska, Ing. Sopuch und Ondrej Petersky aus Bratislava, Herr Madle aus Kolin, Ing. Frantisek Chladek aus Zajeci. Sie alle sind bis heute aktive Züchter geblieben und ich glaube, daß die Welpen aus ihrer Zucht auch bei der weiteren Verbesserung der Zucht beteiligt sein werden. Alle diese Züchter halfen uns bei der Bildung des Hintergrundes des gegründeten Klubs der Züchter des Tschechoslowakischen Wolfshundes.
Herr Pavel Stolarik gehört in die Reihen der jungen Kynologen, die unter den Bedingungen des Grenzschutzdienstes die Ziele, die sie von uns übernahmen durchsetzen. Trotzdem er nur kurze Zeit in dieser Funktion verweilte hat er sich um die Erweiterung der Zucht des Tschechoslowakisches Wolfshundes auf zivile Züchter verdient gemacht.
Heute haben wir in der Slowakei eine relativ solide Basis von Züchtern, die insgesamt aus 56 Züchtern und Eigentümern des Tschechoslowakisches Wolfshundes besteht. Diese sind über alle Bezirke der Slowakei verteilt. Das Namensverzeichnis mit den Adressen und mit den Namen der gezüchteten Hunde und ihrer Eltern stelle ich dem Ausschuß des Klubs zur Verfügung.
Wir dürfen aber nicht denken, daß nach der Bildung des Klubs alle Probleme beendet sind, daß sie sich von selbst lösen werden, daß sich keine neue Probleme entwickeln werden. Wir dürfen auch nicht glauben, daß Leute, die uns den Erfolg nicht gegönnt haben, auf einmal unsere Gönner werden. Einige von ihnen vielleicht. Aber ich denke, daß fast alle ihre Gegnerschaft fortsetzen werden. Sie sind sich dabei aber nicht bewußt, daß sie uns damit auch geholfen haben. Obwohl sie wenig seriöse Informationen hatten, obwohl sie die Halbwahrheiten als Wahrheiten, mit dem Ziel uns zu Schaden, darstellten, obwohl sie es nicht wollten, haben sie uns dennoch geholfen. Wir haben ihre Ausdrücken und Äußerungen eingeschätzt und das Mißtrauen zu Vertrauen umgewandelt.
Wir wollen beweisen, daß der Tschechoslowakische Wolfshund fähig ist es mit seine Grazie, Schönheit, Würde und Eigenschaften gegen jede beliebige Hunderasse der Welt aufzunehmen. Diesem Endziel wird unser Zuchtaufwand gelten.
Mein Sohn, der als Tierartzt mit den Tschechoslowakischen Wolfshunden während des Militärdienstes in der Zuchtstation gearbeitet hat, sagte zu unseren Problemen diese Worte: "Sie sind nicht nur mit neuem Wind gekommen, sondern sie haben auch viele Leute aufgeweckt.... Und die Störung des Schlafes wird nicht so leicht verziehen."
Ich weiß, und sicher ist es auch Ihnen klar, daß sie noch dazu gezwungen sein werden viele Kämpfe zu führen. Ich glaube unerschütterlich daran, daß wir am Ende triumphieren werden.
Gestatten sie mir allen anwesenden Vertreter des Tschechischen Züchter-Verbandes für das Verständnis und ihr Vertrauen zu danken. Ich wünsche auch uns -den Züchtern und den Eigentümern des Tschechoslowakisches Wolfshundes - viele Erfolge in der Zucht, in der Bekanntmachung der Rasse, in den Diskussionen, sowie auch bei der Erziehung und Abrichtung der Hunde.
Ich wünsche dem neugewählten Ausschuß, daß er zielbewußt, seriös und opferwillig zugunsten des ganzen Klubs und seiner Mitglieder arbeitet.
Frantisek Rosik (Slowakei)
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