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Was ich in Nitra sah (und hörte)
Autor: Pavel, Übersetzung: Carmen (06.12.2001, 12:31 Uhr)
Ausstellungen

Nun waren wir also in der Slowakei. Am Sonntag, den 4. Juli 2000, fand die "Europäische Ausstellung des Tschechoslowakischen Wolfshundens" in Nitra, Slowakei, statt, die vom Slowakischen Klub des Tschechoslowakischen Wolfshundens organisiert wurde. Ing. Monika Soukupova war als Richterin eingeladen. Ich war sehr überrascht über einige Dinge auf dieser Ausstellung und möchte Ihnen meine Erfahrungen mitteilen. Aber zunächst möchte ich noch darauf hinweisen, daß ich weder Genetiker, Tierarzt noch Kynologe bin. Alles, was ich hier niederschreibe, ist nur meine Meinung als Laie.

Als erstes wunderte ich mich, daß auf dieser Ausstellung, welche für die Rasse wohl die wichtigste in der Slowakei überhaupt ist, keine Mitglieder des Vorsitzes des Slowakischen Klubs anwesend waren (außer Frau Kollarova), obwohl sie am Samstag alle dort waren (am Samstag fand die Internationale Hundenausstellung statt). Auf einer Hundenshow dieser Größe sollte man doch normalerweise annehmen, daß nicht nur Hundenbesitzer anwesend sind, sondern auch der Vorsitz des Klubs. Oder wollten sie sich nicht mit uns treffen ?

Es waren viele Hunden da (mehr als 20), aber nur einer aus dem Ausland (Edit Molnar aus Ungarn). Es war niemand aus anderen Ländern präsent, was mich darüber nachdenken ließ, ob diese Ausstellung den Namen "Europäische Ausstellung" verdient hat, da es doch praktisch nur eine Klubshow des Slowakischen Klubs war. Wäre es nicht besser auf den Boden der Tatsachen zu bleiben und nicht zu versuchen, etwas vorzugeben, was nicht möglich ist?

Ich war sehr enttäuscht über die Qualität der vorgeführten Hunden. Natürlich waren dort auch sehr schöne und gute Tiere, aber mehr als die Hälfte der Hunden machten mich traurig. Auf den ersten Blick sah es so aus, als ob die Besten der Rasse vorgeführt werden - kurze Ohren und Ruten, perfekte Masken, Standardaugenfarbe usw. Als ich jedoch näher hinschaute bemerkte ich, daß etwas nicht stimmte. Zuerst dachte ich, daß die Hunden nur in schlechter Verfassung wären, aber nach ein paar Diskussionen mit den Besitzern stellte ich fest, daß das nicht die Ursache war. Aber was kann dann sonst so schwache Körperkonstitution, geringe Höhe und geringe Bemuskelung verursachen ?

Ich wunderte mich auch, daß weniger Hündinnen gemeldet waren, als ich sah. Zu meiner Überraschung waren viele dieser "Hündinnen" in Wirklichkeit Hunden mit nur einem Fehler - sie haben keine Geschlechtsmerkmale. Langsam fing ich an zu begreifen.

Dann bekam ich den Stammbaum von einem Hund in die Hände und fand die Wurzel des Übels - Inzucht. Lassen Sie sich nicht täuschen, Sie werden nirgends etwas über Inzucht lesen. Dieses Problem in der Hundenzucht (nicht nur beim Tschechoslowakischen Wolfshund) versteckt sich hinter verschiedenen Namen. Meistens wird es als "Linienzucht" bezeichnet. Unglücklicherweise haben unsere slowakischen Freunde aus den Fehlern der Vergangenheit nichts gelernt (wir alle kennen das Problem "Rep z PS") und wiederholen sie bis heute.

Das Tragischste für mich war, als ich feststellen mußte, daß die meisten Züchter, mit denen ich auf der Ausstellung gesprochen habe, von der "Linienzucht" überzeugt sind und daß sie es als einzig richtigen Weg in der Hundenzucht ansehen. Ich hörte auch die unglaubliche Meinung, daß Inzucht die Hunden genetisch bereichert. Aber die Auswirkungen der "Linienzucht" sind schon da. Abgesehen von den oben erwähnten Anzeichen im Exterieur der Hunden sinkt die Zahl der zur Zucht zugelassenen Hunden, und das Schlimmste ist, die Anzahl der Würfe ebenso. Die Situation scheint so schlimm zu sein, daß bei den Körungen der Standard einfach ignoriert wird (schauen Sie sich die Ergebnisse der Körung vom 14. August 1999 an, sie wurde im Bulletin 3/99 erwähnt, dort wurde ein Tier mit 58 cm Höhe zur Zucht zugelassen!).

Jetzt weiß ich, warum es schon seit langer Zeit unmöglich ist, an Daten über die slowakische Zucht heranzukommen und warum sogar der Vorsitz unseres Klubs keine Daten hat. Das Geheimnis würde sonst gelüftet werden. In dieser Situation wäre es nur logisch sich anderen Ländern zu öffnen und maximalen Gebrauch von der Zucht mit "frischem Blut" zu machen. Aber der Vorsitz des Slowakischen Klubs wählte genau den entgegengesetzten Weg. Er hat eine Verordnung getroffen, die es verbietet, fremde Hunden zur Zucht zu benutzen. Ungeachtet dessen versuchen manche vernünftige Züchter ihre Hündinnen im Ausland decken zu lassen und die Erlaubnis dafür von ihrem Klub zu erhalten, aber bislang ohne Ergebnis.

So laßt uns hoffen, daß nächstes Jahr in Nitra der Slowakische Klub zur Vernunft kommt und daß der Garant der Rasse als gutes Beispiel in Sachen qualitativer Zucht vorangeht.

Pavel Hanuska

 
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