Seit nun mehr als fünf Monaten lebt Baya nun bei uns, sie wurde mir als sieben Monate alte Hündin schweren Herzens von Ute anvertraut und hat seitdem alle Emotionen in mir hervorgerufen die es gibt, von "ichbrindseum" bis "ichgebseniewiederher". Aber ich bin der Meinung, dass viele meiner Probleme dadurch entstanden, dass sie relativ alt war und dass sie in eine komplett andere Haltung kam und das, was wahrscheinlich das schlimmste für sie war, sie aus ihrem Rudel gerissen wurde. Zu meinem Glück wohnten wir in ihrer schlimmsten trotz Zeit noch in unserem alten Haus in dem eine Wohnung leerstand und die durfte sie dann nach ihrem Geschmack gestallten. Wer die Frustphasen eines TW kennt wird wissen wovon ich rede. In der ersten Zeit war Baya nicht gewillt auf meine Befehle zu reagieren und immer dabei auszutesten wie wachsam und dominant Frauchen denn nun ist. Nur leider hat sie sich für ihre Spielchen genau den falschen ausgesucht als Chef eine fünfköpfigen Pferdeherde und zweier anderer Hunde konnte sie mich nicht wirklich überrumpeln. Nach einigen Meinungsverschiedenheiten wie, neeee wenn du rufst komm ich nicht oder warum Platz wenn ich rumrennen kann. Habe ich dann doch geschafft ihr etwas beizubringen.
Am schönsten finde ich da die Geschichte mit dem nicht kommen. Nach einem anstrengende Pferdetag wollte Frauchen eigentlich heim, sich selbst und die Hunde füttern und dann nix wie aufs Sofa. Tja da hatte ich wohl die Rechnung ohne das Räuberkind gemacht, das kleine Biest ist mir um nichts in der Welt ins Auto gehüpft und sie ließ sich auch nicht einfangen. Ich hab genau geseh was sie gedacht hat "der alten zeig ichs jetzt" nur hat die Alte nicht lange rumgemacht, sondern den Jacky geschnappt" der wusste schon wann Frauchen es ernst meint" hab mich in mein Auto gesetzt und bin ohne Baya davongedüst (in TW Geschwindigkeit natürlich). Wie Madam dann plötzlich gemerkt hat dass sie alleine ist ist sie schnellstmöglich hinterher. Und nach etwa 10 Minuten war ich so gnädig anzuhalten und sie einzuladen. Sie kommt seither sofort wenn ich sie rufe.
Natürlich hat sie viel angestellt und sich nur die teuersten und exclusievsten Dinge zum zerstören ausgesucht (allem voran meinen fast neuen Reithelm mit einem wert von 250,-- Euros). Die Liste ihrer Opfer ist lang. Aber ich trags mit Humor und hoffe das sie ihre Geschmacksrichtung von Lederundplastik doch noch auf Kalbsknochen ändert "g". Naja und ihre vorliebe für Plastik nutzen wir in der Weise das wir sie die leeren Plastikflaschen auf Minimalgröße zerbeißen lassen so passen sie besser in die Mülltonne und Baya hat ihren Spaß damit. Mittlerweilen hat sie auch gelernt nur die leeren Flaschen zu zerkleinern anscheinend mag sie keine Colaspritzer in ihrem Fell.
Ihre größte Leistung war bis jetzt das öffnen unserer Autotüre, sie schiebt den Rüssel unter den Griff, wartet auf das Klick, geht ein Stückchen zurück, und zieht dann mit den Zähnen die Türe auf. Die Dichtung hat’s nicht überlebt. Sie öffnet alle Türen, Schubladen, Schränke und wir haben sie im Verdacht dass sie versucht die Schlüssel der abgeschlossenen Türen umzudrehen "gottseidankhatsiesnochnichtherausgefunden".
Im Großen und Ganzen erlebe ich jeden Tag etwas anderes mit ihr und ich werde die schönsten Geschichten hier erzählen wenn’s erlaubt ist. Ich halte TW für wundervolle Hunde mit einem Hauch von Wildheit die sie nur noch wundervoller macht. Hier eine Geschichte vom 30/12/noch 2002 heute ist Madam fast ertrunken, sie ist bei einem Ausritt (neugierig wie eine Katze) auf eine Mauer geklettert um herauszufinden was da denn plätschert. Mein nein Baya kam leider zu spät und der Räuber ist kopfüber ins Wasser geplumpst und anstatt ans rechte oder linke Ufer zu paddeln hat sie verzweifelt versucht die Mauer hochzukommen. Ich runter vom Pferd und den Hund aus dem Wasser gefischt. In dem Moment wo sie gesehen hat das Frauchen zur Rettung eilt wurde sie ganz ruhig und war gar nicht mehr in Panik sie hat ganz gelassen darauf gewartet das ich sie da rausziehe. Ich glaube in diesem Moment habe ich das größte vertrauen in meine Person erfahren das ein Tier in der Lage zu geben ist, sie hat einfach ihr Leben in meine Hände gelegt.
Susanne
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