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Standard - einheitliche Beschreibung
Autor: MVDr_Frantisek_Rosik (06.07.2003, 02:09 Uhr)
Rasse Der Standard ist das Basisdokument, das darüber Auskunft gibt welches die charakteristischen Merkmalen und Eigenschaften der Rasse sind, für die er aufgestellt wurde. Es ist eine schriftliche Aussage der Züchter, die diese Rasse züchten und damit einen bestimmten Hund der Welt vorstellen wollen, der durch diese festgelegten Merkmale eindeutig seiner Rasse zuzuordnen ist, und unverwechselbar wird, und dadurch getrennt von anderen Rassen auftritt.


Bei einer langfristiger Änderung dieser Merkmale und Eigenschaften verliert das Einzelwesen seine Zugehörigkeit zu denen, die diese Merkmale und Eigenschaften aufweisen. Die Änderungen haben ihren Grund nicht nur in äußerlichen Bedingungen, sondern sind auch genetischer Herkunft, vor allem dann, wenn für die Entstehung (Bildung) der Rasse zwei ungleiche Merkmalsträger verwendet worden sind, so wie es beim Tschechoslowakischem Wolfshund (TWH) - Deutscher Schäferhund und der Wolf waren. Wir dürfen uns dann nicht wundern, daß sich in seiner Nachkommenschaft die erwünschten sowie die unerwünschten Merkmale des Hundes und des Wolfes zeigen. Unsere Aufgabe, als Züchter, Berater der Zucht und Beurteiler des Exterieurs, ist das Streben nach dem Hervorheben der positiven Merkmale die das Einzelwesen in Einklang mit dem festgelegten Standard bringen. Zugleich müssen wir aufmerksam machen auf die Merkmale die dieses Bild stören.


Der Standard des TWH hat sich weiterentwickelt, genauso wie die Kreuzlinge des Wolfes und des Hundes. Der erste Versuch wurde im Jahr 1965 gemacht und entsprach damaligen historischen Bedingungen und dem damaligen Stand der Kreuzungsprodukte. Seit dieser Zeit ist er vielen "Änderungen" unterworfen worden. Zur endgültigen Festlegung des Standards kam es nach einer Entscheidung des Vorsitzenden des Zuchtverbandes TWH Major Frantisek Rosik, nach Rückgabe der Unterlagen von FCI, die dorthin geschickt worden sind obwohl der Klubvorstand darüber nicht informiert wurde.


An der endgültigen Standardfestlegung für die FCI haben mitgearbeitet: auf der slowakischen Seite: der Vorsitzender des Verbandes Major Frantisek Rosik, außerdem Ing. Jozef Sopuch und Herr Oskar Döra, auf der tschechischen Seite: der Zuchtberater Oberstleutnant Ing. Karel Haiti. Die Übersetzung ins Deutsche erfolgte durch Frau Spänikovä. Die Sitzung hat in Bratislava stattgefunden. Im Jahr 1989, am 13. Juni, während der Sitzung der FCI in Helsinki ist dieser Standard unter der Nummer 332 genehmigt worden. Der TWH wurde in die Rassenliste des Verbandes der FCI mit einer Prüfdauer von 10 Jahre eingegliedert. Im Jahr 1993 während der Sitzung der Tschechisch-Mährischen kynologischen Union, repräsentiert durch die Präsidentin Dr. Filipovä, Frau Tichä und Oberstleutnant Ing. Haiti und der Slowakischen kynologischen Union, repräsentiert durch Ing. Stefik, Major Rosik, Herrn Dora, wurde die Vereinbarung getroffen, daß Garant der Rasse die Slowakische Republik wird, unter der Vertretung der Slowakischen kynologischen Union.


Die Aufgabe von uns allen ist es die Individuen zu bevorzugen, die sich dem Standard nähern. Von diesen gibt es eine große Menge, obwohl es auch Individuen gibt, die mit einigen ihrer Körperteile (Merkmalen) vom Standard abweichen. Dort wo es in solchen Fällen zum Übersehen dieser negativen Merkmale kommt und diese Tiere als fast ohne Fehler präsentiert werden, kann es zur Gefahr der Rassenschädigung kommen, sowie zu einer Gefährdung der weiteren Population und der Zucht. Die Präsentation von Mängeln und Fehlern, als wären sie positiv und dem Standard entsprechend, würde uns ins Verderben stürzen. Das möchte sicherlich niemand von uns.


Gestatten sie, daß ich mich kurz einigen Grundmerkmalen zuwende, die die Unterschiede zwischen dem TWH und dem Deutschen Schäferhund (DSH) ausmachen.


Der Kopf ist der am meisten charakteristische Teil des Hundes bei jeder Rasse. Hier sind alle typischen Merkmale konzentriert. Gleich auf den ersten Blick, sagen wir mal aus einigen Schritten Abstand, fällt unser Auge auf das Ohr, das in seiner Größe und Gestalt für den TWH typisch ist. Aus der Nähe sehen wir, daß das stehende Ohr dünn ist. Es ist mit Fell bewachsen und seine Größe überschreitet nicht 1/6 der Höhe des Hundes. Die Ohren sind gleichmäßig gerade, nicht fallend, nicht weich, sie sind dem Wolfsohr ähnlich. Grundsätzlich unterscheiden sich die Ohren bei dem DSH und TWH schon bei den Welpen. Beim TWH stehen die Ohren schon im Alter von 4-5 Wochen und sind klein, dies ist das positive Erbe des Wolfes und ist beim DSH erst zwischen dem 4.-6. Monat der Fall. Verglichen mit dem TWH sind die Ohren des DSH groß und überschreiten 1/6 der Höhe des Hundes. Ein großes Ohr ist der Beweis des negativen Erbeinflusses des DSH auf den TWH.


Als zweites fallen unsere Augen automatisch auf die Augen des Hundes. Sie sind wunderschön und mit ihrer Mandelform, schräger Stellung und spezifischen gelb-braunen Farbe, Bernsteinfarbe, geben sie dem TWH den typischen Ausdruck des Wolfes. Die Verbindungslinie der äußeren Augenwinkel ist minimal um l cm höher als die Verbindungslinie der inneren Augenwinkel. Beim DSH liegen die äußeren und inneren Augenwinkeln in einer Linie oder fast in einer Linie. Auch die Farbunterschiede sind groß. Wenn das Auge eine dunkle Farbe aufweist, handelt es sich um den negativen Einfluß des DSH. So wie die untypische Stellung und Form der Augen sollten wir auch nicht ihre untypische Farbe übersehen.


Das nächste Merkmal, das direkt auf das Typische des Kopfes einwirkt, ist das Verhältnis der Maullänge zur Schädellänge. Laut dem Standard soll dieses l:1,5 betragen. Bei DSH sind diese beiden Körperteile gleich groß (1:1).


Einen wichtigen und sehr deutlichen Unterschied zwischen dem Kopf des DSH und des TWH bildet die Maske. Die Maske beim TWH wird von heller Farbe auf dem Kopf, den Lefzen der Oberkiefer, dem Unterkiefer, des unteren Halsteiles und einem Teil der Vorderbrust gebildet. Das Auftreten einer undeutlichen Maske oder von Hunden ohne Maske sollte uns wieder darauf aufmerksam machen, daß der Anteil des DSH im TWH größer geworden ist.


Eine kurze Anmerkung zur Vorderbeinlänge, zu Ellbogen und der Rute. Die Vorderbeinlänge zum Ellbogen soll 55% der Höhe des Hundes betragen. Sie ist direkt von der Höhe des Vorderarms und von dem Winkel und der Höhe des Mittelfußes beeinflußt. Sie ist eine der Grundbedingungen, gegen die nicht verstoßen werden sollte, wenn wir in der Zuchtentwicklung nicht um einige Jahre zurückfallen möchten.


Der weitere typische Unterschied ist die Rutenlänge. Beim DSH ist die Rute lang, oft erreicht sie die Erde, sie wird mit "Häckchen" oder mit "Drehung" nach einer Seite getragen. Beim TWH soll die Rutelänge bis zum Fersenbein reichen. Zum guten Verstehen und zur einheitlichen Beurteilung sollte man dazu noch sagen, daß unter eine lange Rute eine Länge verstanden werden soll, die das Fersengelenk mit ihrer Farbscheide (Übergang graue und schwarze Farbe) überschreitet. Ein Häckchen oder zu einer Seite gedrehte Rute ist eindeutig unterscheidbar.


Es ist sehr nachteilig wenn der Richter bei der Beurteilung einen dieser Fehler "übersieht" und den Hund als fehlerlos bewertet. In solchen Fällen handelt es sich nicht um einen kurzfristigen Zustand. Er bleibt dauerhaft. Die lange Rute wird nicht kürzer, das Bein wird nicht mehr wachsen, das Auge wird nicht heller und das Ohr wird nicht kürzer.


Eine ungenaue Arbeit und Tätigkeit der Richter beim Beurteilen und schlechte Fachkenntnisse der Zuchtberater und der Züchter schaden der Zuchtentwicklung.


Der Klub der Züchter des Tschechoslowakisches Wolfshundes, als Garant für die Rasse bei der FCI, hat im Interesse einer einheitlichen Beurteilung bei den Ausstellungen und Bonitationen die Bonitationskarte zur Beschreibung der Mängel entwickelt. Die Bonitationskarte zeigt auf, mit welche Mängel den Hund kennzeichnen und mit welchen Mängeln der Hund als sehr gut oder gut usw. bewertet werden kann. Dies gilt für Austellungen wie auch für die Bonitation. Übernehmen die Richter, die Zuchtberater und die Züchter dieses System, dann wird der in Budapest ausgezeichnete Hund auch in Wien, Berlin, Prag, Brno oder Bratislava , einfach überall ausgezeichnet. So ist es möglich eine einheitliche Interpretation des Standardes bei der Ausstellung und auch bei der Hundebonitation erzielen.


Mit dieser Vorgehensweise würden wir uns allen, die wir uns mit der Zucht, der Zuchtplanung und -kontrolle beschäftigen, die Arbeit erleichtern.


MVDr Frantisek Rosik (Slowakei)

 
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