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Old 01-11-2007, 11:13   #11
timber-der-wolf
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Location: Da, wo auch der Wolf zu Hause ist
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Zu diesem Thema muss ich mich nun doch melden. Es ist einfach schlimm, was "Wolfs-, Hybriden- und TWH- Experte" Christian hier vom Stapel lässt.
Christian, hast Du überhaupt eigene Erfahrung im Umgang mit Wölfen. Meines wissens doch nur soviel, dass Du mal mit und bei Toni Seiler und Tanja Askani warst.

Jos, der wirklich täglich Erfahrung im Umgang mit Wölfen hat, hier so anzugreifen, Dinge zu unterstellen, die Du nur vom hören sagen kennst, ist schon ein starkes Stück.

Aber zu den Fakten:

1.) Auch auf Menschen sozialisierte, also mit der Hand aufgezogene Wölfe, bleiben wilde Wölfe! Darauf weisen wir alle Besucher bei den Fütterungen hin. Außer im Welpenalter ist da nichts mit lieb anschauen. Sicher, bei Werner Freund, Tanja Askani, aber auch bei uns in Kunsterspring kommen die Wölfe, wenn es Futter gibt. Es sieht für Unbeteiligte schon so aus, als ob sie betteln und uns lieb anschauen. Das ist aber nur der Selbsterhaltungstrieb und das Wissen, dass Sie Futter bekommen.

Bei uns verbringen der Tierparkleiter und sein verantwortlicher Tierpfleger für die Wölfe täglich mehrere Stunden bei und mit den Wölfen. Sie sind vom 11. Tag an, an uns Menschen gewöhnt, und trotzdem lassen sie keinen Fremde in Ihr Revier (Gehege). Diese Erfahrung musste auch ein TV-Team machen, das unbedingt im Gehege filmen wollten (zum Glück ging alles gut, da unser Tierpfleger rechtzeitig auf die Körpersprache der 6 Grauen reagierte).
Selbst die anderen Tierpfleger unseres Tierparks können (im Krankheits- / Urlaubsfall) unsere Wölfe nur durch die Schleuse füttern.

2.) Wozu muss ich einen erwachsenen Wolf an der Leine führen?

Ja, auch wir haben mit unseren Welpen seinerzeit viel gespielt und Spaziergänge gemacht, wie hier zu sehen, aber das ist lange Vergangenheit:



Nun glaube aber niemand, dass sich unsere inzwischen 3 ½ Jahre alten Wölfe noch an die Leine nehmen lassen. Warum und wozu auch? Sie haben ein ausreichend großes Gehege mit Rückzugsmöglichkeit. Und vor allem sollen sie Wölfe bleiben und keine bedauernswerten Zirkustiere werden.

Den Unsinn, den Tanja Askani (und auch Andere) mit den Wölfen veranstaltet, wird von Wolfschützern und anderen Tierparks / Zoos abgelehnt. Denn genau dadurch kommen Leute wie Du, Christian, erst auf die Idee einen Wolf privat zu halten. Außerdem ist es wieder der Natur, wilde Wölfe wie domestizierte Hunde zu behandeln. Abgesehen von den möglichen Problemen und Gefahren, die es geben kann.

Ja, auch Prof. Klinghammer vom Wolfspark in den USA hat einmal geäußert, dass einer von … zig tausend Wölfen, wie ein Hund gehändelt werden könnte, aber wie gesagt, einer von … zig tausenden!

Muss deshalb nun jeder Möchtegern das ausprobieren?
Muss man erst durch solchen Zirkus, wie ihn Tanja Askani mit den Wolfsspaziergänge veranstaltet, Befindlichkeiten wecken?
Ich meine nicht. Es schadet den Wölfen, weil es gibt ein falsches Bild von Canis Lupus, und es schadet indirekt den Hunden, speziell unseren Wolfshunden.
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LG, Norbert mit seinen Graupelzen Onka v. Böhmerwald & Kira
"Sapere aude! Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen" (Kant)

Last edited by timber-der-wolf; 01-11-2007 at 11:18.
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