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Originally Posted by Heiko
Meiner Meinung nach hängt es mit dem engen Verwandtschaftsgrad, also Oma - Tochter - Enkel zusammen und wenn dabei die jüngeren (also Tochter - Enkel), von klein auf mit der Alpha-Hündin ständig zusammen gehalten werden. So ist womöglich ein besseres Zusammenleben in der Gruppe gegeben.
Natürlich hat es auch mit der jeweiligen Veranlagung und Dominanz jedes einzelnen Hundes zu tun.
Habe aber auch, so ungefähr, den Fall von Steffen schon mit gemacht. Nur daß da der Zeitraum des Zusammenhaltens, sowie der Altersunterschied der Hündinnen etwas anders gegeben war. Die haben sich dann aber schon richtig gefetzt, bevor die Beta-Hündin ihren ersten Wurf hatte.
Und da gebe ich Steffen recht, wenn es mal richtig geknallt hat, dann helfen alle Regeln und Befehle, sowie die Alphaposition des Besitzers recht wenig.
Dann sind die Regeln soweit außer Kraft gesetzt und nicht mehr eindeutig anzuwenden.
Das geht dann nur in den seltensten Fällen noch gut. Es gibt nur zwei Möglichkeiten, entweder miteinander auskommen, oder eben nicht und dazwischen ist leerer Raum.
Wenn man die Hunde dann trennen muß, ist es immer traurig und schade!
Tja, man macht halt immer wieder neue Erfahrungen und lernt nie aus.
Schöne Grüße
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Bei uns lebt auch eine unkastrierte Irische Wolfshündin in der Gruppe, die überhaupt nicht verwandt ist, was der Chefin auch sehr bewußt ist und was sie ihr häufig klar macht.
Die rangniedrigere Hündin, die bei uns Welpen hatte war während Läufigkeit, Trächtigkeit und Aufzucht der Welpen sehr unterwürfig gegenüber der Chefin, die dann streng geguckt hat aber ansonsten freundlich war, wir mußten sie zum Decken beim Rüden lassen, da sie sonst nicht richtig läufig geworden wäre.
Wenn einmal Ernstkämpfe zwischen Hündinnen stattgefunden haben - und ich meine damit nicht die üblichen Rangeleien zur Rangordnung - kann man Hündinnen in der Regel nicht mehr zusammenlassen.
Damit das bei uns nicht passiert gelten bei uns sehr strikte Regeln für die Hunde und wir greifen in "nicht ganz astreine Auseinandersetzungen" relativ früh ein, genauso wie übrigens auch unsere Alphahündinnen dies immer getan haben.
Die Alphahündin genießt bei uns deutliche Privilegien gegenüber den übrigen Hunden, die so einige Besucher durchaus auch ungerecht finden. Sie dienen der Festigung ihrer Rangstellung und helfen ihr Ruhe im Rudel zu halten. Natürlich haben wir den Vorteil beruflich bedingt Ansätze früher zu erkennen als die meisten Hundehalter. Mit Alphaposition wahrnehmen meine ich auch nicht die Tatsache das wir sowieso die Ranghöchsten sein sollten sondern daß wir unsere Rangstellung genauso wie die Chefhündin auch dazu benutzen die Regeln innerhalb des Rudels durchzusetzen und Spannungen zu unterbinden. Es ist bei uns auch nicht erlaubt in Hundeschulgruppen andere Hunde anzupöbeln, wenn die Hunde "arbeiten" oder an der Leine sind bestimmen wir welcher Hund akzeptiert wird und welcher nicht und sie müssen auch dann noch an der Leine gehen ohne zu ziehen wenn sie ein anderer Hund anbellt oder androht, dadurch können wir sie aber auch aus Konfliktsiutationen abrufen. Neuankömmlinge und Besucher dürfen weder angesprungen noch endlos belästigt werden. Ohne diese Regeln und eine gute Alphahündin ist es sehr schwierig eine große Gruppe stabil zu halten und es ist nicht sinnvoll eine erwachsene fremde Hündin aufs eigene Territorium zu lassen, außerhalb des Grundstückes geht es .
Es ist aber durchaus möglich zwei oder drei Hündinnen zusammenzuhalten wenn man sich über die Rangordnung klar ist und es ist auch sehr viel leichter wenn die Hündinnen nicht im ungefähr gleichen Alter sind. Ich halte seit fünfzehn Jahren immer mehrere Hündinnen zusammen die bis auf die letzten Jahre nie verwandt waren und hatte nie einen Ernstkampf, im Gegenteil sie haben in der Regel sehr aneinander gehangen, deshalb kann ich ganz klar sagen, daß es durchaus möglich ist geschlechtsreife Hündinnen zusammenzuhalten. Ich kann mich dann aber nicht zu allen beiden gleich verhalten und das ist in der Regel der Knackpunkt bei Problemen, ich muß die ranghöhere Hündin bestärken und gegenüber der anderen bevorzugen und ich muß rechtzeitig die künftige veränderte Rangordnung erkennen und mich dementsprechend verhalten. Wenn ich damit erst anfange wenn schon Probleme da sind ist es sehr schwer eine stabile Position zu halten.
Bei der Geschichte von Sonja denke ich, daß sich erfahrungsgemäß schon einige Zeit vorher Probleme angekündigt haben, die Anzeichen fallen aber den Besitzern häufig nicht auf und der Konflikt wird dann nicht frühzeitig unterbunden, da ich aber nur einen der Hunde kenne und das auch nicht besonders gut kann ich dazu kein Urteil abgeben.
Wir haben aber auch eine Hündin, die wir erst mit 8 Jahren aus der Slowakei mitgebracht haben an Freunde weitergegeben, weil sie offensichtlich auf die Gelegenheit für einen Ernstkampf mit der damaligen nicht mehr gesunden Alphahündin gewartet hat, wir konnten sie unterbinden, wollten aber allen Beteiligten den Streß nicht zumuten.
Rüden ohne Hündin zusammenzuhalten ist einfacher, da es bei ihnen nicht wie bei Hündinnen direkt um die Aufzucht und das Überleben der eigenen Jungen geht, das meiste ist nur Dicke Backen blasen.
Gruß Ina