07-12-2009, 10:33
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#45
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Senior Member
Join Date: Nov 2004
Location: Da, wo auch der Wolf zu Hause ist
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Originally Posted by wildwolf
Nicht auf die Geschichte und Erstehung der Rasse bezogen, denn die Ist ja mehr oder weniger fehl geschlagen...
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Originally Posted by Littlepeet
Wie kommst du darauf zu denken, dass die "fehl geschlagen" ist?
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Hallo Petra,
abgesehen davon, dass das "fehl geschlagen" in Anführungszeichen gesetzt wurde, trifft es im Kern doch zu. Und Fakten, warum, weshalb und wieso, die das belegen, kannst Du hier im Artikel "TWH - Eigenschaften und Verwendung" von der Autorin Ulbrichova (1995, aktualisiert / eingestellt 07.12.2004)nachlesen http://www.wolfdog.org/deu/articles/1302.html .
Stichpunkte sind:
- Der ursprüngliche Verwendungszweck der Rasse als Diensthund konnte sich nicht auf breiter Basis durchsetzen. Der Grund ist, daß obwohl der DSH zur Zucht diente und der Tschechoslowakische Wolfshund noch oft mit dem DSH verglichen wird, er doch ein ganz ariderer Typ von Hund ist. …
- Erst wenn er zu seinem Besitzer ein Vertrauensverhältnis aufgebaut hat, läßt er sich auch erziehen.
- Die Härte, die auf dem Hundeplatz oft als Härte gegenüber dem Hund … (nicht mit Konsequenz zu verwechseln … !), beantwortet er mit erneuter Scheu und Mißtrauen gegenüber dem Ausbilder.
- Ausbildung mit Strafe, wie beim DSH üblich und zumindest möglich, erreicht beim Tschechoslowakischen Wolfshund überhaupt nichts.
- Der für die Schutzhundausbildung notwendige Angriffstrieb fehlt. Aus seiner Sicht greift er "grundlos" nicht an, Attacken eines etwaigen Angreifers werden aber blitzschnell beantwortet.
- Der Wolfshund lernt langsamer. Tschechoslowakische Ausbilder sprechen von etwa doppelt so langer Lerndauer, …
- Längeres Üben quittiert er denn auch mit Unlust. …Trotzdem ist eine Diensthundausbildung möglich.
- Bei den ursprünglichen Motiven für die Zucht hätten die Wolfshunde sonst nicht bis heute überlebt.
Ähnliche Aussagen findest Du auch im übersetzten und von Letty herausgegebenen Buch "Der Tschechoslowakische Wolfshund".
Ich finde es ist insgesamt eine sehr interessante Diskussion. Die Meinungen gehen teilweise doch recht weit auseinander.
Wenn ich ehrlich bin, wünschte ich mir gar keine Veränderung des TWH´s, denn ich liebe diesen Hund so wie er ist. Und so sollte er m.E. auch erhalten bleiben – als vielseitiger, interessanter und anspruchsvoller Hund.
Ob die "Eingruppierung / Klassifizierung" als Gebrauchshund auf Dauer bzw. für die Zukunft des TWH so sinnvoll war und ist, zumindest wenn wirklich eine strenge Selektion und Zucht zukünftig nur in Richtung "Gebrauchshund" gehen sollte, wage ich stark zu bezweifeln.
Was dabei letztendlich herauskommt / kommen kann, dafür gibt es ja leider der Beispiele zur genüge.
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Originally Posted by MandyG
Ich würde … als Züchter/in garantiert keinen Welpen als künftigen Diensthund abgeben. Die Hunde selbst profitieren ja in keiner Weise davon, wenn sie tatsächlich als "Gebrauchshunde" geführt werden. Oft eher im Gegenteil. Es gibt bessere und freiere Lebensarten für einen Hund; ...
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Wenn Du den Begriff "Diensthund" ausschließlich in der Richtung Schutzhund (VPG / IPO) verstehst / definierst, dann stimme ich Dir aus vollem Herzen zu, denn da gibt es wirklich bessere (sportliche) Beschäftigungs- und Arbeitsmöglichkeiten für einen TWH.
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LG, Norbert mit seinen Graupelzen Onka v. Böhmerwald & Kira
"Sapere aude! Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen" (Kant)
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